Kleintierpraxis
Dr. med. vet. Thomas Schuster

KLEINE HEIMTIERE

Krankheitssymptome bei Frettchen

Virusinfektionen: Frettchen können an Hundestaupe und Tollwut erkranken und sollten daher gegen diese Krankheiten geimpft werden. Sie können auch mit menschlcher Influenza angesteckt werden. Aleutenkrankheit und EKE sind weitere, aber bei uns seltene Virusinfekte.

Raunze, Dauerraunze, Hyperöstrogenismus: Weibliche Frettchen werden, wenn sie nicht gedeckt werden, sehr häufig dauerraunzig. Man erkennt das an der dauerhaft geschwollenen Genitalöffnung und am Verhalten. Die ständig hohen Östrogenspiegel (Hyperöstrogenismus) führen zur Schädigung des Knochenmarks mit Blutarmut, Blutungsneigung und Infektionsanfälligkeit. Daher sollten weibliche Frettchen unbedingt kastriert werden, wenn sie nicht zur Zucht verwendet werden.

Durchfall: Mehrere Erkrankungen können dazu führen. Bei der eosinophilen Gastroenteritis scheint es zu Futterallergie zu kommen, die proliferative Enteritis ist eine bakterielle Infektion, Kolitis ist eine Entzündung des Dick- und Enddarms mit schleimigem Kotabsatz. Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) ist die zweithäufigste Tumorform bei Frettchen. Je nachdem, wo die Krankheit vorherrscht, kommt es zu Verdauungstörungen (Bauchform) oder zu Atemberschwerden (Lungenform) ebenso wie zu Gehirnstörungen (ZNS Form).

Schwäche, Taumeln, Umfallen: Ursache dafür können Stoffwechselstörungen, Herzerkrankungen oder Erkrankungen von Gehirn oder Rückenmark genauso wie Mittelohrentzündungen oder Vergiftungen sein. Frettchen können eine Herzschwäche entwickeln (Kardiomyopathie), die man mit Ultraschall gut erkennen kann. Bei Tumoren (Lymphom) kommt es auch oft zu Schwäche. Eine besonders erwähnenswerte Erkrankung ist das Insulinom. Bei diesem Tumor der Bauchspeicheldrüse wird vermehrt Insulin gebildet, was Unterzucker und damit wieder Schwäche oder gar Bewusstlosigkeit auslöst. Atembeschwerden, Husten, Nasenausfluß: Frettchen erkranken häufig an Bronchitis. Ursachen sind bakterielle und virale Infekte, Allergien, Reizwirkung durch Zigarettenrauch oder Staub (auch Katzenstreu). Pneumonie kann durch Staupe oder Influenza sowie durch Bakterien auftreten. Auch durch Fehlschlucken bei einer Speiseröhrenschwäche (Megaösophagus) können Pneumonien entstehen. Lymphom im Brustkorb führt ebenfalls zu Schweratmigkeit.

Juckreiz, Schuppen, Krusten: Frettchen können mit Milben, Haarlingen und Flöhen befallen sein, besonders wenn Hunde und Katzen im selben Haushalt leben oder sie Freigang haben. Hautpilze sind selten, aber möglich. Bei Haarausfall muß man immer an Hormonstörungen (Hyperadreno-corticismus, Hyperöstrogenismus, Hodentumoren), aber auch an Mangelernährung denken.

Zahnstein, Maulentzündung: Wie bei Hund und Katze sind Zahnerkrankungen beim Frettchen keine Seltenheit. Zahnsteinentfernung und gegebenenfalls Zahnextraktion in Narkose sind dann nötig. Vorbeugend kann durch Trockenfutter oder Nagemöglichkeit einiges getan werden.

Maulentzündungen können aber auch bei Nierenversagen, Vergiftungen, Verätzungen und durch Fremdkörper im Maul entstehen.

Harndrang, blutiger Harn: Blasenentzündungen, Blasensteine, Nierenerkrankungen, Vergiftungen, Blutungsneigung durch Hyperöstrogenisnmus können blutigen Harn verursachen. Eine genaue Abklärung ist daher anzuraten.