Kleintierpraxis
Dr. med. vet. Thomas Schuster

KLEINE HEIMTIERE

Krankheitssymptome bei Kaninchen

Das Kaninchen frisst nicht mehr
Das ist immer ein Alarmzeichen. Zahnerkrankungen, Verdauungsstörungen, Schmerzen, Stress oder viele Allgemeinerkrankungen führen dazu. Gerade beim Pflanzenfresser sollte sofort ein Tierarztbesuch erfolgen.

Augenveränderungen
Bindehautentzündungen können durch Staub, Fremdkörper, Verletzun-gen oder Infektionen verursacht sein. Hornhautverletzungen sind oft durch Fremdkörper oder Bisse verursacht. Glaukom bedeutet Druckerhöhung im Auge, eine sehr schmerzhafte Erkrankung.

Nase
Niesen kann ein harmloses Zeichen von Allergie oder Staub in der Umgebung sein, kommt aber auch bei Kaninchenschnupfen und Zahnabszessen vor. Ausfluß aus der Nase deutet doch auf schwerere Erkrankung hin. Krusten an der Nase können auf Hautpilzinfekte, Milbenbefall oder Kaninchensyphilis hinweisen.

Ohr
Krusten deuten meist auf Milben- oder Pilzbefall hin, Schwellungen an Ohr, Nase und Augen sind verdächtig für Myxomatose.

Haut
Haarausfall, Krusten, Schuppen, Juckreiz, Verfilzungen
sind oft Symptome für Milbenbefall, Pilzinfektionen oder Mangelernährung. Verklebte Haare der Vorderläufe sind meist ein Zeichen für Nasenausfluss, da sich das Kaninchen mit den Vorderpfoten putzt. Sohlengeschwüre treten bei ungeeignetem Untergrund und falscher Einstreu oder bei Übergewicht auf. Abszesse der Haut sind durch Bisse oder Verletzungen möglich, ebenso als Folge des Kaninchenschnupfens. Abszesse im Kopfbereich gehen meist von kranken Zähnen aus.

Analregion
Verschmutzung kann durch Durchfall oder veränderten Blinddarmkot entstehen. Myxomatose führt zu Schwellung der Anogenitalregion.

Maul
Feuchte verklebte Haare rund um das Maul sind untrügliche Zeichen für Zahnerkrankungen oder schwere Entzündungen/Verletzungen/Fremdkörper im Maul. Kinndermatitis, Myxomatose sind weitere Ursachen.

Erschwerte Atmung kann durch Infektionen der Atemwege, durch Verletzungen, durch Schmerzen, aber auch durch Krankheiten des Verdauungstraktes (Kolik, Blähungen) hervorgerufen werden.

Geblähter oder verspannter Bauch
Verdauungsstörungen treten beim Kaninchen oft sehr rasch auf und sind meist die Folge von Stress, Schmerzen, ungeeigneter Nahrung, zu rascher Futterumstellung und nur seltener von Infektionen. Verdauungsstörungen bei Pflanzernfressern sind immer Notfälle und sollten rasch zum Tierarzt!

Neurologische Probleme: Torticollis (schräggehaltener Kopf) und Ataxie (Gleichgewichtsstörungen) sind meist Folgen einer Infektion mit Encephalitozoon cuniculi (einem Parasiten im Gehirn des Kaninchens) oder einer Mittelohrentzündung (Otitis media). Lähmungen treten unter anderem oft durch Frakturen der Wirbelsäule auf. Kaninchen als Fluchttiere können beim Davonspringen oder beim Versuch, sich aus der Hand des Halters zu „befreien“ durch die eigene Muskelkraft solche Frakturen erleiden. Auch Anfälle (Epilepsie) kommen bei Kaninchen vor.

Blutiger Harn
Ursache können eine Blasenentzündung (Cystitis) oder Blasensteine sein. Kaninchenharn kann aber auch durch Farbstoffe aus der Nahrung rot gefärbt sein. Nicht mit Ausfluss aus der Gebärmutter verwechseln!