Kleintierpraxis
Dr. med. vet. Thomas Schuster

REISEN MIT HUND & KATZ

Reisekrankheiten

Leishmaniose
Die Hundeleishmaniose wird durch den parasitären Erreger Leishmania infantum hervorgerufen und durch Sandmücken (Phlebotomus) übertragen. Es handelt sich um eine Zoonose, d. h. auch der Mensch kann daran erkranken. Die derzeitige Hauptverbreitung ist Südeuropa, doch treten immer häufiger Fälle in der Schweiz und Deutschland auf. Nur 2 Grad höhere Temperaturen ermöglichen es den übertragenden Mücken auch in nördlicheren Gegenden zu leben und dann auch die Krankheit zu übertragen.

Symptome der Leishmaniose sind ganz unterschiedlich. Von stummen Infektionen (ohne Symptome) über Hautveränderungen (weissliche Schuppen an Ohren, Kopf und um die Augen, langes Krallenwachstum) bis hin zu schweren Verlaufsformen mit Fieber, Abmagerung, Lymphknoten-schwellungen, Nasenbluten, Gelenksentzündungen und Nierenversagen ist alles möglich. Die Diagnose wird über das Blut gestellt. Eine Behandlung mit Medikamenten ist möglich, doch kann dadurch weder der Erreger verlässlich eliminiert, noch dauerhafte Heilung garantiert werden. Ohne Behandlung sterben bis zu 90% der Hunde, die schon Symptome haben, innerhalb eines Jahres. Daher ist es wichtig, seinen Hund vor einer Infektion so gut es geht zu schützen. An Impfstoffen wird intensiv geforscht, derzeit beschränkt sich die Prophylaxeauf die Verhinderung des Mückenstichs (Siehe unten).

Herzwurm, Dirofilariose
Die Herzwurmerkrankung wird durch Dirofilaria immitis hervorgerufen, einen durch Mückenstich übertragenen Parasiten. Die Erkrankung ist in den Mittelmeerländern und Amerika verbreitet, schon ab der Poebene ist mit ihr zu rechnen. Die Erkrankungssymptome werden durch erwachsene Würmer, die im rechten Herz und den Lungengefässen leben, bzw. durch Thromboembolien und toxisch allergische Reaktionen erklärt. Leistungsabfall, Husten, Blutspucken bis hin zu Rechts-herzversagen und Bauchwassersucht können vorkommen. Von der Infektion mit den sogenannten Mikrofilarien bis zu Symptomen durch erwachsene Würmer vergehen meist 6 Monate. Die Behandlung bzw. Vorbeugung gegen Mikrofilarien (also Jugendformen ) ist leicht und gefahrlos möglich, die Abtötung der erwachsenen Dirofilarien ist risikoreich. Die Diagnose erfolgt über das Blut, erwachsene Würmer und deren Folgen kann man mittels Herzultraschall sehen. Eine Prophylaxe ist über eine ein- bis dreimalige Gabe eines gut verträglichen Medikamentes leicht möglich.

Ehrlichiose
Die Hundeehrlichiose wird durch Ehrlichia canis hervorgerufen. Es handelt sich dabei um eine bakterielle Infektion, die durch den Biß der Zecke Rhipicephalus sanguineus (braune Hundszecke) übertragen wird. Die Krankheit kommt in den Mittelmeeranrainerstaaten, Südostasien und Afrika vor, bei uns derzeit nur selten. Aber durch Einschleppung der die Krankheit übertragender Zecken könnte es in den nächsten Jahren auch bei uns mehr Fälle geben. Die Symptome der akuten Erkrankung sind Fieber, Lymphknotenschwellung, Nasen- und Augenausfluß. Chronische Erkrankungen sind häufiger und besonders schwer zu diagnostizieren, da unspezifische Symptome wie Lustlosigkeit, Abmagerung, Apppetitverlust oder Lymphknotenschwellungen vorherrschen. Aber auch Nasenbluten, Erbrechen und Atemnot können vorkommen, ebenso wie Blutarmut, Fieberschübe, Gelenksschmerzen, Muskelschwund und Gehirnstörungen wie Zittern und Gleichgewichtsverlust. Die Diagnose erfolgt über das Blut. Eine Behandlung mit Antibiotika ist möglich und führt zu Heilung, wenn sie früh genug eingesetzt wird. Vorbeugend kann nur gegen Zeckenbefall vorgegangen werden, eine Impfung ist derzeit nicht in Sicht.

Babesiose
Die Babesiose wird durch den einzelligen Blutparasiten Babesia canis hervorgerufen und durch Zecken der Gattungen Dermacentor und Ripicephalus übertragen. Die Hauptverbreitung ist Südeuropa und Ungarn, aber auch bei dieser Krankheit treten in den letzten Jahren vermehrt Fälle in nördlicheren Breiten auf. Durch Reisen werden immer wieder fremdländische Zecken eingeschleppt, die sich unter günstigen Bedingungen auch bei uns vermehren können. Die Symptome hängen vom Verlauf ab. Akute Fälle sind plötzlich schwer krank, zeigen Fieber, blasse bis gelbe Schleimhäute und roten bis grünbraunen Urin und sterben oft an Nierenversagen. Chronische Fälle können Abmagerung, Fieberschübe, Blutarmut und Durchfälle zeigen. Die Diagnose erfolgt über das Blut. Eine Behandlung ist gut möglich, wenn die Krankheit rechtzeitig diagnostiziert wird, und noch nicht allzuweit fortgeschritten ist. Als Vorbeugung gilt wieder die Vermeidung der Zeckenbisse (siehe unten). Eine Impfung wird es in nächster Zeit auch geben.

Prophylaxe gegen die Reisekrankheiten
Die Vorbeugung gegen die oben genannten Reisekrankheiten ist relativ einfach durchführbar. Einerseits sollte gegen die möglichen Überträger (Mücken, Stechmücken und Zecken) ein wirksames Mittel mit sowohl abtötender als auch abschreckender Wirkung angewendet werden. Das sind entweder bestimmte gut wirksame Zeckenbänder oder Spot-on-Medikamente, bei manchen Hunden auch beide zugleich. Wichtig ist die Anwendung schon vor dem Urlaub, damit die Medikamente sich bereits gut verteilt haben und damit wirken können. Gegen Herzwurmerkrankung sollte zusätzlich eine ein- bis dreimalige Verabreichung eines die Filarien abtötenden Medikamentes innerhalb 30 Tagen nach möglichem Erstkontakt erfolgen. Alle diese Mittel sind in jeder Tierarztpraxis lagernd. Wichtig ist die korrekte Anwendung und gute Beratung. In den nächsten Jahren werden vermehrt Impfungen angeboten werden.